DAS HEER - 4 Operationen an
Wagners Ring:
 
DIE GÖTTERDÄMMERUNG

Wagner 2013. Künstlerpositionen

AKADEMIE DER KÜNSTE Berlin +
K.O. EXISTENZ STIFTUNG

Director: Julia Lwowski
Scenography & costumes:
Ingibjörg Jara Sigurðardóttir
Dramaturgy: Jan van Loh

With: Bettina Gfeller (soprano), Günter Schanzmann, Johannes Grau (baritone), Hrund Ósk Árnadóttir (soprano), Vera Maria Kremers (dramatic soprano), Diana Zolotarova

Accorion: Live Berger Brekke, Nancy Laufer
Violin: Eli Fabrikant
Timpani: Xuanbo Rong
Cymbals: Jia Harn Schun

And: Knoblauch Klezmer Band


http://www.ko-existenz.info/



                                                                                                                                                                                                            photos 6, 7 / © Roger Rossell
 
Press:
„Während das Publikum hinter dem toten Siegfried hinterher pilgerte ertönt bereits die berühmte Trauermarsch-Musik "Siegfrieds Tod" aus der GÖTTERDÄMMERUNG (Regie: Julia Lwowski, Bühne: Ingibjörg Jara Sigurðardóttir). Der Grund-konzeption einer Totenwanderung, eines fortwährenden Begräb-nisrituals entsprach die Entscheidung zur musikalischen Besetzung: ein Akkordeon als mobiles Instrument übernahm hierbei den Hauptpart, wurde unterstützt durch Sologeige und – im oberen Foyer – durch die obligatorischen Pauken, ohne die Wagners "Trauermarsch" nicht denkbar wäre.

Publikum und Darsteller zogen als Trauergemeinde zur letzten Etappe ins obere Glasfoyer mit Ausblick auf den Dachgarten. Wieder und wieder beerdigten die Naziwalküren ihren Siegfried, und immer wieder stand er von den Toten auf und begann erneut zu singen. Ein leiernder Plattenspieler ließ am Ende Furtwänglers Einspielung des Endes der Götterdämmerung aufs Dach hinaus schallen, wo Siegfried im Schnee seine endgültige Ruhe finden sollte. Doch es kam anders: Eine Gruppe von Klezmer-Musikanten verscheuchte mit ihrem Spiel Hitlers Walküren und zelebrierte eine fröhliche Geisteraustreibung um Siegfrieds Leiche.

Die Konzeption des gesamten Abends hat hierbei auf mutige Weise bewiesen, dass es nicht nur möglich ist, große Werke des Musiktheaters in einer reduzierten Form aufzuführen, sie hat auch gezeigt, das durch solch radikale Zugriffe, wenn sie entsprechend ernst und konsequent ausgeführt werden, diesen Werken neues Leben einzuhauchen ist.“


Musik Heute, 07.02.2013
http://www.musik-heute.de/4150/operationen-an-wagners-ring-junge-kuenstler-mit-eigenen-ansaetzen/
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